Begegnung mit Dr. Boni Rietveld

Ein Schwingboden in einer Arztpraxis…überraschend? Nein, nicht wirklich! Dr. Boni Rietveld hat sein Behandlungszimmer mit einem Harlequin LIBERTY™-Schwingboden ausgestattet - um eine Verschlimmerung der Verletzungen seiner Patienten zu vermeiden.
Welche Ursache haben die Verletzungen bei Profi-Tänzern ?
Es muss unterschieden werden zwischen Verletzungen, die auf die Beschaffenheit des Bodens zurückzuführen sind, und Verletzungen aufgrund von Unfällen. Es besteht eine Beziehung zwischen Verletzungen von Tänzern und dem Boden auf dem Sie tanzen. Das ist logisch – auch wenn es nicht einfach zu beweisen ist.
Verletzungen aufgrund von Unfällen sind auf Schicksal, Müdigkeit, Stress etc. zurückzuführen. Eine Probe reiht sich an die andere und der Choreograph möchte noch einen letzten Durchgang machen, obwohl die Tänzer schon körperlich müde sind, und so passiert der Unfall. Einige Verletzungen können auch durch falsches Aufkommen, eine falsche Bewegung entstehen, kurz gesagt: man hat einfach Pech.
Gibt es noch weitere Faktoren, die mit hineinspielen ?
Häufig sind Verletzungen oder Frakturen auf eine brutale Veränderung des Bodens zurückzuführen. Zum Beispiel wenn die Kompagnien auf Tournee sind oder in Mehrzweckhallen auftreten. Im Idealfall lässt man den Sehnen und Bändern Zeit sich anzupassen. Für die Knorpel und das Skelett ist die Anpassungszeit noch länger. Langfristig ist es also ebenso gefährlich, auf einem harten Boden zu tanzen wie ständig auf einem wechselnden Tanzuntergrund.
Welche Art von Verletzung tritt am häufigsten auf ?
Laut Statistik, die ich erstellt habe, beziehen sich 43% der Beschwerden auf Füße und Knöchel. Genauer gesagt treten am häufigsten Sehnenentzündungen auf.
Eine Sehnenentzündung kann an verschiedenen Stellen auftreten, am häufigsten sind jedoch die Körperteile betroffen, die stark beansprucht werden, insbesondere die Achillessehne, die u.a. bei Relevés auf halbe und ganze Spitze sowie bei Absprung und Landung stark beansprucht wird.
Treten diese Verletzungen auch bei Lehrkräften von Privatschulen auf ?
Natürlich, viele meiner Patienten kommen in meine Sprechstunde, nachdem sie 20 Jahre lang auf Betonböden oder Fliesen unterrichtet haben. Leider ist es schon fast zu spät, wenn sie zu mir kommen. Das Unglück ist schon geschehen. Die Patienten leiden häufig an Tendinose, d.h. an einer chronischen Sehnenentzündung, aber auch an einem allgemeinen Verfall des Körpers, der sich z.B. in Form einer Arthrose äußert.
Gibt es eine Tanzrichtung, bei der die Verletzungsgefahr allgemein höher ist ?
Nein, aber die Verletzungen sind unterschiedlich. Beim klassischen Tanz brechen sich die Tänzer wegen des Spitzentanzes häufiger den großen Zeh, dies passiert aber auch beim modernen Tanz. Beim modernen Tanz treten häufiger Verletzungen an der Achillessehne auf.
Welche Lösungsansätze sehen Sie ?
Im Allgemeinen sollten die Tänzer nicht auf ungeeigneten Böden tanzen und ihr Recht auf einen Tourneeboden geltend machen, der über dieselben stoßdämpfenden Eigenschaften verfügt wie der im Probenraum.
So kann die Karriere der Tänzer verlängert werden, die normalerweise um das 35 Lebensjahr herum endet, weil der Körper nicht mehr mitmacht oder weil eine Verletzung vorliegt. Private Tanzschulen sollten bei der Wahl ihrer Tanzböden sorgfältiger sein.
Welche Kriterien sind ausschlaggebend bei der Auswahl des Schwingbodens ?
Meiner Meinung nach sollte ein Tanzboden weder zu weich noch zu nachgiebig sein. Ist der Boden zu hart, so besteht ein erhöhtes Risiko für Erschütterungen, Traumata und vorzeitigen Verschleiß der Knorpel. Bei einem weichen Untergrund werden die Muskeln und damit auch die Sehnen mehr beansprucht. Ein zu weicher Boden kann zudem durch das unvorhersehbare Nachgeben gefährlich werden.
Dies können Sie sich selbst verdeutlichen, wenn Sie zuerst auf Fliesen und dann auf einem Trampolin springen. Der Überraschungseffekt ist garantiert. Das sind natürlich Extrembeispiele, aber manchmal sind die Tänzer tatsächlich mit ähnlichen Bedingungen konfrontiert.
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